Balkonkraftwerk-Rechner
Wie viel Strom liefert ein Balkonkraftwerk, wie viel davon nutzen Sie selbst, und wann hat es sich bezahlt gemacht? Der Rechner rechnet mit Faustwerten für Deutschland.
Rechner öffnenRatgeber · Stand 2026
Ein Balkonkraftwerk, offiziell Steckersolargerät, erzeugt Strom für den eigenen Haushalt. Seit 2024 sind die Regeln deutlich einfacher. Hier lesen Sie, was erlaubt ist, wie die Anmeldung funktioniert, was Mieter und Wohnungseigentümer wissen sollten und wie viel Strom Sie realistisch erwarten können.
Mit dem Solarpaket I gelten seit 16. Mai 2024 vereinfachte Regeln für Steckersolargeräte. Sie gelten, wenn alle Geräte an Ihrem Stromzähler zusammen diese Grenzen einhalten:
Für Geräte mit normalem Schuko-Stecker gilt nach der Produktnorm eine niedrigere Grenze von 960 Wp Modulleistung. Mehr dazu im Abschnitt zu Stecker und Sicherheit.
Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist für Steckersolargeräte innerhalb der Grenzen nicht mehr nötig. Der Netzbetreiber bekommt die Daten aus dem Register der Bundesnetzagentur.
Erstellen Sie im Marktstammdatenregister (marktstammdatenregister.de) ein Benutzerkonto und bestätigen Sie es per E-Mail.
Wählen Sie die vereinfachte Registrierung für ein Balkonkraftwerk. Sie brauchen nur wenige Angaben: Standort, Datum der Inbetriebnahme, Modulleistung, Wechselrichterleistung und Ihre Zählernummer.
Registrieren Sie das Gerät innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme.
Einen Batteriespeicher registrieren Sie ebenfalls im Marktstammdatenregister. Laut Verbraucherzentrale muss ein Speicher außerdem weiterhin beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Speichern Sie die Bestätigung der Registrierung. Sie hilft bei Fragen des Netzbetreibers oder Ihrer Versicherung.
Strom, der ins Netz fließt, muss gemessen werden. Dafür braucht es einen Zweirichtungszähler, zum Beispiel eine moderne Messeinrichtung, oder ein intelligentes Messsystem. Der Netzbetreiber muss den Zähler nach der Registrierung unverzüglich tauschen. Einen eigenen Auftrag müssen Sie dafür nicht stellen.
Sie dürfen das Gerät schon vor dem Zählertausch nutzen. Ein alter Zähler, etwa ein Ferraris-Zähler mit Drehscheibe, darf dann übergangsweise auch rückwärts laufen. Das wird bis zum Tausch geduldet. Nach Angaben der Bundesnetzagentur dauert das in der Regel höchstens einige Monate.
Für den neuen Zähler gelten die gesetzlichen Preisobergrenzen für den Messstellenbetrieb. Was ein digitaler Zähler höchstens kosten darf, lesen Sie in unserem Ratgeber Smart Meter.
Seit Oktober 2024 sind Steckersolargeräte im Miet- und Wohnungseigentumsrecht besonders geschützt. Mieter können verlangen, dass der Vermieter ein Steckersolargerät erlaubt (§ 554 BGB). Der Vermieter darf nur ablehnen, wenn ihm die Veränderung auch unter Würdigung Ihrer Interessen nicht zugemutet werden kann.
Wohnungseigentümer können von der Eigentümergemeinschaft verlangen, dass sie ein Steckersolargerät gestattet (§ 20 Abs. 2 WEG). Über die Art der Umsetzung, zum Beispiel Befestigung und Aussehen, entscheidet die Gemeinschaft per Beschluss.
Fragen Sie vor dem Kauf schriftlich um Erlaubnis. Beschreiben Sie Gerät, Ort und Befestigung. Das vermeidet Missverständnisse.
Die Erlaubnis bedeutet nicht, dass jede Montage zulässig ist. Sicherheit und Befestigung müssen stimmen. Bei Streit helfen Mietervereine oder die Verbraucherzentrale.
Seit Dezember 2025 gibt es mit der DIN VDE V 0126-95 eine eigene Produktnorm für Steckersolargeräte ohne Speicher. Sie regelt auch, welcher Stecker erlaubt ist.
Der Ertrag hängt stark von Ausrichtung, Neigung und Schatten ab. Die Werte gelten für ein Standardmodul mit 400 Wp an einem Standort in Deutschland.
| Montage | Ertrag pro Modul und Jahr |
|---|---|
| Süden, 30 Grad geneigt, ohne Schatten | rund 380 kWh (Faustwert) |
| Süden, senkrecht am Balkongeländer, ohne Schatten | rund 280 kWh (Verbraucherzentrale) |
| Ost, West oder teilweise verschattet | deutlich weniger |
Senkrecht am Südbalkon: Beispiel der Verbraucherzentrale. Schräg nach Süden: unser Faustwert von 0,95 kWh je Wp, wie im Balkonkraftwerk-Rechner. Stand 2026. Mit zwei gleich ausgerichteten Modulen verdoppelt sich der Ertrag ungefähr.
Sparen können Sie nur mit dem Strom, den Sie selbst verbrauchen, während die Sonne scheint. Ein Balkonkraftwerk deckt vor allem die Grundlast, also Kühlschrank, Router und andere Geräte im Dauerbetrieb. Was Sie in diesem Moment nicht brauchen, fließt ohne Vergütung ins Netz. Ihren Eigenverbrauch erhöhen Sie, wenn Sie Waschmaschine oder Spülmaschine tagsüber bei Sonne laufen lassen.
Im Beispiel der Verbraucherzentrale liefert ein senkrecht montiertes 400-Wp-Modul am Südbalkon rund 280 kWh im Jahr. Davon ersetzen etwa 200 kWh Strom aus dem Netz. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 35 ct/kWh sind das rund 70 € im Jahr.
Laut Verbraucherzentrale lässt sich die Anschaffung in der Regel innerhalb von drei bis fünf Jahren über die eingesparten Stromkosten zurückholen. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber deutlich mehr. Er lohnt sich eher bei höherem Verbrauch und größeren Anlagen.
Für Kauf und Installation zahlen Sie keine Umsatzsteuer. Für Steckersolargeräte gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG.
Nein, wenn Ihr Gerät innerhalb der Grenzen von 800 VA und 2.000 Wp liegt. Sie registrieren es nur im Marktstammdatenregister, der Netzbetreiber erhält die Daten von dort. Ein Batteriespeicher muss laut Verbraucherzentrale weiterhin beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Im Standardfall nicht. Nach der Registrierung im Marktstammdatenregister wird der Strom ohne Vergütung abgenommen. Eine reguläre Einspeisevergütung ist nach dem Einbau eines Zweirichtungszählers möglich, dann gelten aber die vereinfachten Regeln nicht mehr.
Nur in Ausnahmefällen. Seit Oktober 2024 können Mieter die Erlaubnis verlangen (§ 554 BGB). Der Vermieter darf nur ablehnen, wenn ihm die Veränderung nicht zugemutet werden kann. Über die Art der Befestigung können Sie sich mit ihm abstimmen.
Eine eigene Pflichtversicherung gibt es nicht. Laut Verbraucherzentrale lässt sich das Gerät teils ohne Aufpreis in Hausrat-, Haftpflicht- oder Gebäudeversicherung aufnehmen. Melden Sie es Ihrem Versicherer. Zu Hausrat- und Haftpflichtversicherung berät Sie auch MB Finance.
Ein Standardgerät nicht. Der Wechselrichter schaltet ab, wenn das Netz ausfällt. Einige Modelle mit Speicher können laut Verbraucherzentrale im Inselbetrieb weiterlaufen.
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