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Ratgeber · Stand 2026

Strom sparen: einfach und dauerhaft

Viele Haushalte verbrauchen mehr Strom als nötig, oft ohne es zu merken. Mit einigen neuen Gewohnheiten und dem richtigen Gerät beim nächsten Kauf sinkt der Verbrauch spürbar. Hier finden Sie Tipps mit belegten Größenordnungen und Vergleichswerte, mit denen Sie Ihren eigenen Verbrauch einordnen können.

  • Stand-by
  • Haushaltsgeräte
  • Energielabel
  • Stromspiegel
  • Warmwasser

Wo der Strom im Haushalt hingeht

Laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) braucht die Informations- und Unterhaltungstechnik den größten Teil des Haushaltsstroms. Dazu gehören Fernseher, Computer, Router und Spielekonsolen. Danach folgen Waschen und Trocknen, die Beleuchtung sowie Kühl- und Gefriergeräte.

Wer warmes Wasser mit Strom bereitet, etwa mit einem Durchlauferhitzer, verbraucht deutlich mehr. Nach Angaben von co2online entfällt dann rund ein Drittel des Stromverbrauchs auf das Warmwasser. Der Stand-by-Betrieb macht im Durchschnitt rund ein Zehntel des Verbrauchs aus.

  • IT und Unterhaltung: über 29 %
  • Waschen und Trocknen: knapp 13 %
  • Beleuchtung: gut 12 %
  • Kühlen und Gefrieren: etwa 10 %

Die Anteile sind Durchschnittswerte des BDEW (Stand Juni 2026). In Ihrem Haushalt kann die Verteilung ganz anders aussehen. Messen hilft deshalb mehr als Schätzen.

Typischer Verbrauch nach Haushaltsgröße

Der Stromspiegel von co2online zeigt den durchschnittlichen Jahresverbrauch deutscher Haushalte. Die aktuellen Werte (Stand Mai 2025) beruhen auf Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2024.

PersonenWohnung (ohne / mit Warmwasser über Strom)Haus (ohne / mit Warmwasser über Strom)
11.200 / 1.600 kWh1.800 / 2.100 kWh
21.900 / 2.500 kWh2.700 / 3.200 kWh
32.400 / 3.500 kWh3.500 / 4.100 kWh
42.600 / 4.000 kWh3.800 / 4.700 kWh
53.100 / 5.000 kWh4.500 / 6.000 kWh

Durchschnittlicher Jahresverbrauch. „Wohnung“ meint eine Wohnung im Mehrfamilienhaus, „Haus“ ein Ein- oder Zweifamilienhaus. Quelle: co2online, Stromspiegel für Deutschland.

Den eigenen Verbrauch einordnen

Ihren Jahresverbrauch finden Sie auf der letzten Jahresabrechnung. Vergleichen Sie ihn mit dem Wert in der Tabelle, der zu Ihrer Wohnsituation passt. Liegt Ihr Verbrauch deutlich darüber, lohnt sich die Suche nach Stromfressern.

Ein Beispiel: Ein Zwei-Personen-Haushalt in einer Wohnung ohne Warmwasser über Strom verbraucht im Durchschnitt 1.900 kWh im Jahr. Sehr sparsame Haushalte dieser Größe kommen laut Stromspiegel mit bis zu 1.200 kWh aus. Der Unterschied von 700 kWh kostet beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 37 ct/kWh (BDEW, August 2026) etwa 260 € im Jahr.

Der Verbrauch hängt aber auch von Ihrem Alltag ab. Wer zu Hause arbeitet, ein Aquarium hat oder elektrisch kocht und wäscht, liegt oft höher. Wichtig ist, dass Sie wissen, wofür der Strom gebraucht wird.

Stand-by und Geräte im Dauerbetrieb

Viele Geräte brauchen Strom, auch wenn sie scheinbar aus sind. Diese kleinen Verbräuche laufen rund um die Uhr und summieren sich über das Jahr.

01

Schaltbare Steckdosenleisten

Fernseher, Spielekonsole, Lautsprecher und Computer hängen oft an einer Leiste. Mit einem Schalter trennen Sie alle Geräte auf einmal vom Netz, wenn Sie sie nicht nutzen.

02

Ältere Geräte prüfen

Neue Geräte dürfen nach EU-Vorgaben im Stand-by höchstens 0,5 Watt verbrauchen. Für vernetzte Geräte gilt diese Grenze nicht. Ältere Geräte und Netzteile liegen oft darüber, laut Verbraucherzentrale bei 0,5 bis 10 Watt.

03

Router und Netzwerk

Router, Repeater und Smart-Home-Geräte laufen ständig. Prüfen Sie in den Einstellungen, ob sich das WLAN nachts automatisch abschalten lässt, und entfernen Sie Geräte, die Sie nicht mehr brauchen.

04

Computer und Spielen

Ein leistungsstarker Gaming-PC braucht nach Angaben der Verbraucherzentrale im Durchschnitt über 300 Watt. Bei 3,5 Stunden am Tag sind das mehr als 380 kWh im Jahr. Nutzen Sie Energiesparmodi und schalten Sie den Rechner nach dem Spielen ganz aus.

Kühlen, Waschen, Trocknen, Kochen und Licht

01

Kühlen und Gefrieren

Im Kühlschrank reichen 7 °C im oberen Fach, im Gefriergerät −18 °C. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch laut Verbraucherzentrale um etwa 6 %. Stellen Sie Kühlgeräte nicht direkt neben Herd oder Heizung und tauen Sie vereiste Fächer ab.

02

Waschen

Für normal verschmutzte Wäsche reichen in vielen Fällen 30 °C. Waschen Sie mit voller Trommel. Eco-Programme dauern länger, brauchen aber weniger Energie.

03

Trocknen

Am wenigsten Strom braucht die Wäscheleine. Moderne Wärmepumpentrockner brauchen laut Umweltbundesamt etwa 73 bis 97 kWh für 100 Trocknungen, ältere Geräte ohne Wärmepumpe rund 340 kWh. Schleudern Sie die Wäsche vorher mit hoher Drehzahl.

04

Spülen

Eine voll beladene Spülmaschine im Eco-Programm ist sparsam. Vorspülen unter fließendem Wasser ist nicht nötig. Kurzprogramme verbrauchen meist mehr Energie.

05

Kochen und Backen

Kochen Sie mit Deckel und mit wenig Wasser. Für Gemüse, Eier oder Kartoffeln reichen oft 1 bis 2 cm. Wasser erhitzen Sie im Wasserkocher schneller als im Topf. Umluft spart beim Backen laut Verbraucherzentrale etwa 15 % Energie gegenüber Ober- und Unterhitze.

06

Beleuchtung

LED-Lampen brauchen laut Verbraucherzentrale bis zu 90 % weniger Strom als alte Glühlampen. Tauschen Sie zuerst die Lampen, die am längsten brennen. Licht in leeren Räumen auszuschalten bleibt trotzdem sinnvoll.

Warmwasser mit Strom: Durchlauferhitzer und Boiler

Wird Wasser mit Strom erwärmt, ist das oft der größte einzelne Posten. Ein elektronischer Durchlauferhitzer regelt die Temperatur genau. Laut Verbraucherzentrale kann er im Alltag bis zu 30 % Strom gegenüber einem hydraulischen Gerät sparen.

Ein Sparduschkopf kostet etwa 20 € und kann den Warmwasserverbrauch um bis zu 50 % senken. Achten Sie auf einen Durchfluss unter 9 Litern pro Minute. Herkömmliche Brausen liegen oft bei 10 bis 12 Litern, Regenduschen bei bis zu 20 Litern.

Stellen Sie die gewünschte Temperatur direkt am Gerät ein, statt sehr heißes Wasser mit kaltem zu mischen. Aus hygienischen Gründen rät die Verbraucherzentrale, die Temperatur am Durchlauferhitzer regelmäßig auf mindestens 55 °C zu stellen, bei kleinen Untertischspeichern auf mindestens 50 °C.

Neukauf: das Energielabel richtig lesen

Für viele Geräte gilt wieder eine Skala von A bis G ohne Plus-Klassen. Die neue Einteilung ist strenger als die alte. Vergleichen Sie deshalb vor allem den Verbrauch in kWh.

  • Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Fernseher: neue Skala seit 1. März 2021.
  • Lampen und Leuchtmittel: neue Skala seit 1. September 2021.
  • Wäschetrockner: neue Skala seit 1. Juli 2025.
  • Smartphones und Tablets: eigenes Energielabel seit 20. Juni 2025.
  • Vergleichen Sie den Jahresverbrauch in kWh oder den Verbrauch je 100 Zyklen, nicht nur die Klasse.
  • Der QR-Code auf dem Label führt zur Produktdatenbank der EU mit weiteren Angaben.
  • Wählen Sie die passende Größe. Ein zu großes Gerät verbraucht auch mit guter Klasse unnötig Strom.
  • Ein funktionierendes Gerät nur ersetzen, wenn sich der Tausch rechnet. Messen Sie den Verbrauch vorher.

So finden Sie Stromfresser

  1. 01

    Jahresverbrauch prüfen

    Nehmen Sie die letzte Jahresabrechnung und vergleichen Sie den Verbrauch mit den Werten des Stromspiegels.

  2. 02

    Grundlast messen

    Lesen Sie abends den Zählerstand ab, wenn nur noch die Geräte laufen, die auch nachts laufen. Lesen Sie morgens noch einmal ab. Teilen Sie die Differenz in kWh durch die Zahl der Stunden und multiplizieren Sie mit 1.000. Das ist Ihre durchschnittliche Grundlast in Watt.

  3. 03

    Geräte einzeln messen

    Ein Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt. Es zeigt, was ein Gerät im Betrieb und im Stand-by braucht. Kühlgeräte messen Sie am besten über 24 Stunden.

  4. 04

    Kosten berechnen

    Verbrauch in kWh mal Arbeitspreis ergibt die Kosten. Beispiel: Ein Gerät mit 10 Watt Dauerleistung braucht im Jahr rund 88 kWh. Bei 37 ct/kWh sind das etwa 32 €.

  5. 05

    Mit den großen Posten beginnen

    Ändern Sie zuerst, was am meisten bringt. Mit unserem Geräte-Rechner können Sie die Kosten einzelner Geräte schätzen.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt?

Das hängt von der Zahl der Personen und von der Wohnform ab. Laut Stromspiegel verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt in einer Wohnung ohne Warmwasser über Strom im Durchschnitt 1.900 kWh im Jahr, in einem Haus 2.700 kWh. Mit Warmwasser über Strom liegen die Werte deutlich höher.

Lohnt es sich, Geräte ganz auszuschalten?

Ja, vor allem bei Unterhaltungselektronik und älteren Geräten. Stand-by macht im Durchschnitt rund ein Zehntel des Haushaltsstroms aus. Eine schaltbare Steckdosenleiste ist eine einfache Lösung.

Sollte ich meinen alten Kühlschrank sofort austauschen?

Nicht unbedingt. Messen Sie zuerst den Verbrauch über 24 Stunden und rechnen Sie ihn auf ein Jahr hoch. Vergleichen Sie ihn mit dem Jahresverbrauch eines neuen Geräts auf dem Energielabel. Erst dann sehen Sie, ob sich der Tausch rechnet.

Hilft ein Smart Meter beim Stromsparen?

Ein digitaler Zähler zeigt Ihren Verbrauch genauer an. Sparen müssen Sie aber selbst, indem Sie Geräte anders nutzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Smart Meter.

Was bringt mehr: Strom sparen oder einen anderen Tarif wählen?

Beides wirkt zusammen, denn die Kosten ergeben sich aus Verbrauch mal Preis. Wenn Sie Ihren Tarif prüfen möchten, vergleichen wir die Tarife der Versorger, mit denen wir zusammenarbeiten. Sie erreichen uns per Telefon, WhatsApp, E-Mail oder über das Anfrageformular.

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